Dom zu Lübeck

Predigten

Predigten

  • Predigt über Johannes 3, 14-21 am 2. Sonntag der Passionszeit - Reminiszere

    vom 17.03.2019

    Nachtgespräche sind anders. Tagsüber sind wir geschäftig und geschäftlich. Wir klären, was zu tun ist und was dran ist. Wer übernimmt die Präsentation? Wer holt die Kinder ab? Am Tag wird geplant, diskutiert, Klartext geredet. Abends verändern sich Gespräche. Nicht nur Inhalte, auch der Tonfall. In der Dämmerung verschwimmen Konturen. Die blaue Stunde taucht alles in anderes Licht. Nachtgespräche haben eigene Themen, die sich tastend aneinanderreihen. Im Schein einer Kerze, bei einem Glas Wein, zu später Stunde werden die wirklich wichtigen Fragen gestellt. Die Nacht ist die Zeit der Fragen von Leben und Tod, der Träume, der Liebe, der Sehnsucht.

    Pastorin Margrit Wegner

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  • Predigt über Hebräerbrief 4, 14-16 am Sonntag Invokavit

    vom 10.03.2019

    Was wir beim Anblick des Kreuzes spüren, das mag ganz unterschiedlich sein, es ist und bleibt das Zeichen dafür, dass Gott uns spürt. Nicht nur theoretisch, sondern leibhaftig aus eigener Erfahrung; weiß, wie sich das anfühlt, wenn einem alles so sinnlos erscheint, wie entsetzlich still das Schweigen sein kann und wie weh Schmerzen tun.
    Und in dem allen hat Jesus das Vertrauen zu Gott durchgehalten. Und selbst seine Gottverlassenheit hat er noch Gott entgegengeschrien.

  • Predigt über Lukas 10, 38-42 am Sonntag vor der Passionszeit - Estomihi

    vom 03.03.2019

    An dieser Stelle wird die alte Geschichte für mich zu einer der großen Fragen unserer Zeit. Wir sind sehr zu Martas geworden, fürchte ich, in unseren Häusern und Büros, in unseren Kirchen und Städten. Wir sorgen ständig dafür, dass der Laden läuft. Wir machen uns mehr als genug zu schaffen. Könnten einen brauchen, der uns sieht in all dem, was wir tun. Der uns beim Namen ruft, nicht nur einmal. Der uns zärtlich und liebevoll wahrnimmt und sieht: Ihr habt viel Sorge und Mühe. Erzählt mal, wie es euch wirklich geht. Und der uns daran erinnert: Das Hören hat auch seine Zeit. Das braucht es auch. Das genaue Hinhören. Das Zuhören. Das Lauschen auf Gott, die Suche nach Stille in all dem Gewusel. Das Erspüren dessen, was Menschen suchen. Gerade in unseren Kirchen, gerade in den Gemeinden.

    Pastorin Margrit Wegner

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  • Predigt über Apostelgeschichte 16, 9-15 am Sonntag Sexagesimae

    vom 24.02.2019

    Ich glaube, dass wir Menschen ein liebevolles Verhalten kennen. Ein Verhalten, das einlädt, das die Hand öffnet, das Worte kennt, die Herzen öffnen. Der Geist Christi ist keine abstrakte Größe, welche die Welt steuert. Der Geist Gottes ist immer nur konkret da. Da wo sich das Ohr öffnet für den Hilferuf ... oder wo einer beim anderen geblieben ist, ihm zuhört...

  • Predigt über Kohelet 7, 15-18 am Sonntag Septuagesimä

    vom 17.02.2019

    In der Mitte bleiben und Maß halten muss nicht Feigheit und Verzicht auf eine Entscheidung sein, sondern es kann eine mit Entschiedenheit eingenommene Haltung werden.
    Den Platz zwischen den Stühlen aushalten. Der Versuchung widerstehen, in vermeintliche Eindeutigkeiten zu flüchten, die die Welt einfach machen: schwarz und weiß, fromm und gottlos, gut und böse.

  • Predigt über Markus 4, 35-41 am 4. Sonntag vor der Passionszeit

    vom 10.02.2019

    Die Jünger lernen: wer sich auf Jesus einlässt, gerät nicht unbedingt in ruhige Lebensfahrwasser. Da geht es schon mal hoch her. Da gerät manches ins Wanken, was uns so vertraut und gewohnt war. Da wird aufgewühlt der Grund des Lebens. Da weht uns der Wind dann und wann ins Gesicht.

    Landesbischof Dr. Gerhard Ulrich

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  • Predigt über 1. Korintherbrief 1, 4-9 am 5. Sonntag vor der Passionszeit

    vom 03.02.2019

    Hilft das den Zweifelnden? Hilft das denen, die sagen: Hier bin ich raus? Steigen sie da viel-leicht ein? Ich weiß es nicht, aber ich wünsche es sehr. Ich wünsche uns als Gemeinde, dass wir offene Ohren und offene Türen haben für Menschen, die Fragen stellen. Für Menschen, die Anfragen haben an unsere Art, den Glauben zu leben. Ich wünsche uns, dass wir offen sind für die Neugierigen und Suchenden, für Menschen, die Neuland betreten wie Paulus. Dass wir uns selbst immer wieder hinterfragen und zulassen, dass auch unser Wissen oft Nicht-Wissen ist.

    Pastorin Margrit Wegner

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  • Predigt am Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus

    vom 27.01.2019

    Der Name, bei dem dies in Israel genannt wird, lautet Schoa, also "Unheil" oder "Untergang". Aufs dichteste zu erleben in der Gedenkstätte für die ermordeten Kinder in Yad Vashem in Jerusalem. Hineingenommen in einen Raum mit einem lichten Sternenhimmel hört man Namen um Namen. Allein 1,5 Millionen ermordete Kinder und Jugendliche! Jeder Name ein Sternchen. Die Dunkelheit, die Lichtpunkte – und die Stimme der Namen. Sch`ma. Hört hin. Drei Monate dauert es, sie jeweils einmal zu nennen. Mit ihren Namen sind die Kinder in einer solchen Intensität anwesend, dass es schmerzt. Und ja, dieser Schmerz soll ja auch nicht vergessen sein! Und unweigerlich steht die Frage im Raum: Weißt du eigentlich, wie viel Sternlein stehen an diesem dunklen Himmelszelt?
    Gott, der Herr hat sie gezählet, dass ihm auch nicht eines fehlet, an der ganzen großen Zahl, an der ganzen großen Zahl. Denn: Du bist mein! Jedes Kind bei seinem Namen gerufen.

    Bischöfin Kirsten Fehrs

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  • Predigt über Römerbrief 12, 9-16 am 2. Sonntag nach Epiphanias

    vom 20.01.2019

    Die Liebe sei ohne Falsch. Nehmt euch der Nöte der Heiligen an. Segnet, die euch verfolgen; segnet, und verflucht sie nicht. Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet.Seid eines Sinnes untereinander. Haltet euch nicht selbst für klug.

  • Predigt über Josua 3, 5-11.17 am 1. Sonntag nach Epiphanias

    vom 13.01.2019

    Wunder werden geschehen. Wunderbares wird sich ereignen. Nicht irgendwo, sondern hier, mitten unter uns. Nicht irgendwann, sondern jetzt, morgen schon. So ist es versprochen.
    Ihr könnt gespannt sein. Bereitet euch darauf vor. Lebt erwartungsvoll.

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