Dom zu Lübeck

Predigten

Predigten

  • Predigt über Jeremia 14, 1-11 am 2. Sonntag nach Epiphanias

    vom 19.01.2020

    Wo ist die Trauer über den Zustand der Natur, ein Mitleiden mit den verzweifelten Bauern, mit der Hirschkuh und ihrem Jungen, dem sterbenden Wildesel – und nicht nur Selbstmitleid?
    Gott soll sich ändern und in Erbarmen zuwenden. Wo ist die Bereitschaft des Volkes, sich zu ändern und sich Gott wieder zuzuwenden?
    Das kurze Sündenbekenntnis – wo ist sein Ernst ohne die Bereitschaft umzukehren?
    Das Fehlen der Scham macht die Klage auch schamlos.

  • Predigt über Matthäus 3, 13-17 am 1. Sonntag nach Epiphanias

    vom 12.01.2020

    Es treibt uns um, dieses ewige Fragen. Wer wir sind, und wo Gott ist, und wie wir das alles zusammenbringen mit unserem chaotischen Alltag und all den Erwartungen von uns und von anderen. Wir suchen und laufen uns manchmal selber davon. Müssten vielleicht öfter nur innehalten. Stehenbleiben und lauschen. Uns erinnern an die Sätze unseres Lebens. Die Sätze, die uns einmal galten und immer noch gelten. Die die Welt verwandeln aus heiterem Himmel, weil plötzlich der ganze Himmel uns offensteht und die Welt auch. Das Leben gibt so viel her. Gott gibt sein Leben für uns. In jeder Taufe versprochen: Du bist mein Kind. Mein liebes Kind. Geliebt und gewollt. Du gefällst mir so unfassbar gut. So, wie du bist. Mehr musst du nicht sein, aber weniger auch nicht.

    Pastorin Margrit Wegner

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  • Predigt über Jesaja 61, 1-4.9-11 am 2. Sonntag nach dem Christfest

    vom 05.01.2020

    Ihr seid mehr als nur Betrachter des Lichtes. Ihr tragt das Licht in euch. Ihr tragt den Geist in euch.
    Die Gegenwart Gottes in der Welt ist auch die Gegenwart Gottes in euch.
    Ihr seid "gesandt, den Elenden gute Botschaft zu bringen, die zerbrochenen Herzen zu verbinden, zu verkündigen den Gefangenen die Freiheit, den Gebundenen, dass sie frei und ledig sein sollen, ein gnädiges Jahr."

  • Predigt über Johannes 14, 1-6 am Neujahrstag

    vom 01.01.2020

    „Steig ein“, sagt das neue Jahr. „Schön, dass du da bist. Wo soll’s hingehen? Wie immer?“ „Nee“, sag ich, „wart‘ mal. Ich brauch ein bisschen.“ „Ich hab Zeit“, sagt das neue Jahr und stellt den Taxameter an. „Nur die Ruhe. Alle Zeit der Welt. Sag, wo du hinwillst“, sagt das neue Jahr und lächelt. „Ich fahr schon mal los.“ Das fängt ja gut an. The same procedure as every year. Aber ich will gar nicht diese Strecke. „Da vorne links, wo kommt man da hin? Diese kleine Straße da vorne, die hab ich noch nie gesehen, können wir nicht…?“ „Sack-gasse, lächelt das Jahr, und wir rollen vorbei. Das neue Jahr nimmt langsam Fahrt auf. „Stopp, halt mal an. So geht das nicht. Du kannst nicht losjagen, ohne zu wissen, wo wir landen.“

    Pastorin Margrit Wegner

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  • Predigt über Hebräerbrief 13, 8-9b am Altjahrsabend

    vom 31.12.2019

    "Wir gehn dahin und wandern von einem Jahr zum andern, wir leben und gedeihen vom alten bis zum neuen durch so viel Angst und Plagen, durch Zittern und durch Zagen, durch Krieg und große Schrecken, die alle Welt bedecken."
    Vor 367 Jahren aufgeschrieben. Und auch 2019 klingt es kein bisschen veraltet, wenn wir in die Welt schauen.
    Wissen Sie noch, wie die Jahreslosung 2019 lautete? Aus dem 34. Psalm: Suche Frieden und jage ihm nach! (Ps 34, 15)
    Und die Rüstungsexporte in Deutschland haben wieder einen neuen Höchststand erreicht.
    »Sie haben sich gar nicht verändert.« Und einer erschrickt. Und ich mit.

  • Predigt über Hiob 42, 1-6 am 1. Sonntag nach dem Christfest

    vom 29.12.2019

    Hiob braucht keine frommen Sprüche, braucht weder Liedergedudel noch Lametta zum Fest. Hiob will Klarheit und redet Tacheles mit Gott. Er ahnt: Alles, was er bisher zu glauben glaubte, war bloß Hörensagen und Erfahrung aus zweiter, dritter, zwölfter Hand. Aber in all dem Schmerz hat er etwas von Gott gespürt, was ihm die Augen geöffnet hat. Er ahnt eine Antwort auf die Frage, die sein Name ihm für sein Leben mitgibt: Hiob – wo ist der göttliche Vater? Ich weiß es doch nicht, wo du bist. Ich weiß nicht, wer du bist, sagt Hiob. Aber ich erkenne, dass du alles vermagst. Ich lass das Fragen jetzt sein. Ich lass die Fragen jetzt offen. Ich vertrau mich dir an. Ich versuche, mit dir in die Antworten hineinzuleben, so schwer mir das fällt.

    Pastorin Margrit Wegner

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  • Weihnachtliche Meditationen

    vom 26.12.2019

    - Josef, der Bräutigam
    - Willkommen, süßer Bräutigam

    Pastor Martin Klatt und Pastorin Margrit Wegner

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  • Predigt über Jesaja 52, 7-10 am 1. Weihnachtstag

    vom 25.12.2019

    Anschließend gehen wir in die Bischofskirche, die Erlöserkirche. Sitzen ganz ruhig. Nach und nach steht einer nach dem anderen auf; wir erheben uns und irgendwann die Stimme. Die Akustik trägt unseren Ton. Erst leise, dann immer deutlicher: Gib uns Frieden. Jetzt. Die Aleviten singen´s, die Muslima, ihr Sohn allemal – sie alle kennen´s vom Chorsingen in der Schule. Dona nobis pacem.
    Wie lieblich sind auf den Bergen die Füße des Freudenboten, der da Frieden verkündigt. Ja, der Friedefürst ist da, Gottes Sohn, total heruntergekommen. Er weiß von Flucht und Kälte, Liebe und Gänsehaut. Und er sagt: Gebt euch nicht zufrieden mit dem, was so unerlöst ist.

    Bischöfin Kirsten Fehrs

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  • Predigt über die Weihnachtsgeschichte Lukas 2, 1-20

    vom 24.12.2019

    Geschichte von der Menschwerdung Gottes, der auf alle Macht und alles Angsteinflößende
    verzichtet, der sich klein macht, der anschaulich und fassbar wird in einem kleinen Kind, der nicht unnahbar bleibt, sondern berührbar wird. Zuhörer, Wegbegleiter, Hand auf der Schulter, Hoffnung-Wecker. Und das alles aus einer Liebe heraus, die sich gleichmacht mit dem Geliebten. In der Weihnachtsgeschichte verborgen das Geheimnis der Menschlichkeit Gottes.
    "Gott ward Mensch dir, Mensch, zugute." (EG 36, 2)

  • Predigt über Sacharja 2, 14-17 in der Christmette

    vom 24.12.2019

    Gott weiß, wie das ist, wenn das Leben nicht aufgeräumt und die Liste nicht abgearbeitet ist. In der ersten Heiligen Nacht, da war es nicht anders. Da war die Welt auch nicht heil, und seine Familie ebenfalls nicht. Bestenfalls Patchwork. Die Fenster im Stall nicht geputzt. Kein glitzernder Baum. Gemeinschaft auf Zeit mit anderen Leuten, eben noch Fremde. Ein ewiges Hin und Her und Kommen und Gehen. Alle unterwegs in dieser Nacht, niemanden hält es auf seinem Platz. Nur kurz noch Ruhe vor der Flucht. Aber genau das hat Gott sich ausgesucht. Genau da kommt er zur Welt. Und das ist das große Glück. Darum muss Weihnachten bei uns nicht perfekt sein.

    Pastorin Margrit Wegner

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