Dom zu Lübeck

Predigten

Predigten

  • Predigt über Hiob 14, 1-17 am vorletzten Sonntag des Kirchenjahres

    vom 17.11.2019

    Alles tut weh, innen wie außen. Wozu das alles? Warum gerade ich? Lasst mich alle in Ruhe, aber bitte lasst mich nicht völlig allein. Ich halt’s nicht mehr aus. Weiß nicht mehr weiter. So unfair. Womit hab ich das nur verdient? Bitte nicht noch eine Hiobsbotschaft. Ich habe jetzt mehr als genug!
    Die Frage nach dem Sinn hinter dem bohrenden Schmerz, Klage über Angst und Verzweiflung, die kennen viele. Auch wer noch nie von dem Mann aus dem Alten Testament gehört hat, versteht was Hiob meint, wenn er klagt: Das Leben ist kurz und ein einziger Schmerz.

    Pastorin Margrit Wegner

    Predigt herunterladen (PDF-Format)

  • Predigt über Lukasevangelium 6, 27-38 am Drittletzten Sonntag des Kirchenjahres

    vom 10.11.2019

    Die Worte Jesu, die der Evangelist Lukas gesammelt überliefert, verlocken zu einer Lebensentschiedenheit. Sie führen in die Weite einer unerhörten Glaubensfreiheit.
    Jedesmal, wenn ich sie höre oder lese, merke ich: Sie sind mit weit voraus – so wie es die Lübecker Märtyrer auch sind. Aber sie tun mir gut. Sie nehmen die Enge aus meinem Herzen. In ihnen leuchtet mitten in dieser Welt eine andere Welt auf, in der Feindschaft überwindbar erscheint.

  • Predigt über Genesis 8, 18-22; 9, 12-17 am 20. Sonntag nach Trinitatis

    vom 03.11.2019

    Obwohl es nicht immer leicht ist, halte ich es für ein großes Glück unserer Epoche, die Freiheit zu besitzen, alles in Frage stellen zu dürfen. Nur so kann ich mich immer wieder neu von der Weite und Schönheit meiner eigenen Glaubenstradition inspirieren lassen und gleichzeitig die lebensbejahenden Ideen anderer Religionen wahrnehmen und wert schätzen. Ich vertraue darauf, dass auf diesem Weg die Kraft des einen Bundes erfahrbar wird, den Gott mit allen Menschen geschlossen hat.

    Pastor Sönke Lorberg Fehring

    Predigt herunterladen (PDF-Format)

  • Predigt über Deuteronomium 6, 4-9 am Reformationstag

    vom 31.10.2019

    Liebe ist Gottes Herzenssache – und darum nicht nur etwas für’s Gefühl. Es geht ums Tun und Lassen. Um die Werte, die wir weitergeben an unsere Kinder und Kindeskinder. Es geht um die Art und Weise, wie wir die Welt betrachten. Es geht ums Private und Öffentliche.
    Mut und Freiheit und Entschiedenheit wird es dafür brauchen. Davon wissen wir Evangelischen doch etwas.

  • Predigt über Johannes 5, 1-16 am 19. Sonntag nach Trinitatis

    vom 27.10.2019

    Genesene, Leid- wie Lebenserfahrene und Gereifte sagen dann: „Du darfst nicht und immer nur „Warum?“ fragen. Wenn du davon wegkommen willst, dich in diesem Hamsterrad vergeblichen Fragens zu bewegen, dann solltest du stattdessen fragen: „Wozu? Wozu mir das? Was sagt es mir und was will es mir bedeuten? Vielleicht damit ich anders lebe, befreiter, bewusster, dankbarer?“ Ich weiß, ich weiß. Aber dieser Weg ist oft sehr lang und anstrengend. Es ist so schwer, den Sinn und eine eigene Antwort zu finden.

    Hauptpastor em. Helge Adolphsen

    Predigt herunterladen (PDF-Format)

  • Predigt zur Trauerfeier für Dompastor em. Dr. Matthias Riemer

    vom 24.10.2019

    Lasst uns lieben, denn Gott hat uns zuerst geliebt. Das hat Matthias Riemer gelebt. Er wusste sich getragen von der Liebe Gottes und von der Liebe seiner Familie. Er liebte den Dom, seine Kirche. Die Abendgottesdienste, das Licht. Jeden Stein kannte er hier, jeden Engel und die verborgenen Schätze auch. Wenn ihr ihn suchtet, sagt ihr, dann war er hier. Er konnte so viel Liebe verschenken und Menschen so warmherzig, so liebevoll, so offen, lebensklug, mitfühlend begegnen. Fast zwei Jahrzehnte Pastor am Dom. Unendlich sind die Geschichten. Jeder Mensch, wirklich jede Person, mit der ich in den letzten anderthalb Wochen seit seinem Tod sprach, erzählte mit leuchtenden Augen von Begegnungen an entscheidenden Stellen im Leben. Er war da, er war eben immer einfach da.

    Pastorin Margrit Wegner

    Predigt herunterladen (PDF-Format)

  • Predigt über Jakobus 2, 14-26 am 18. Sonntag nach Trinitatis

    vom 20.10.2019

    Vor etwas über einer Woche haben wir hier in Lübeck Kerzen angezündet. Kerzen vor der
    Lübecker Synagoge. Kerzen als Zeichen der Trauer um die in Halle ermordeten Menschen.
    Kerzen als Zeichen der Solidarität und Verbundenheit mit Bürgerinnen und Bürgern jüdischen
    Glaubens, gegen die der rassistisch, antisemitisch und rechtsextrem motivierte Anschlag
    in Halle systematisch geplant und gerichtet war.

    Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt

    Predigt herunterladen (PDF-Format)

  • Predigt über Jos. 2, 1-21 am 17. Sonntag nach Trinitatis

    vom 13.10.2019

    Wem gehört das Land? Wer ist das Volk? Gut zweieinhalb Jahrtausende nach der Landnahme des Volkes Israel sind die Fragen wohl aktueller denn je. Nicht nur, aber auch immer wieder am Ort der Geschichte selbst. Amos Oz, Israelischer Schriftsteller, hat sich so oft mit diesen Fragen befasst. Vielleicht hat er Rahab im Sinn, wenn er schreibt: „In meiner Welt sind Kompromisse ein Synonym für das Wort Leben. Und wo Leben ist, da gibt es Kompromisse. Das Gegenteil von Kompromissen ist nicht Integrität, […] nicht Idealismus und nicht Entschlossenheit. Das Gegenteil von Kompromissen sind Fanatismus und Tod.“

    Pastorin Margrit Wegner

    Predigt herunterladen (PDF-Format)

  • Predigt über Jesaja 58, 7-12 am Erntedankfest

    vom 06.10.2019

    „Es ist doch völlig klar, was da steht“, sagt Caspar, der 15jährige Praktikant. „Das muss man doch niemandem erklären!“ Ein Wort. Ein Mensch. Ein Leben. Einfacher geht es nicht. Brich dem Hungrigen dein Brot, und die im Elend ohne Obdach sind, führe ins Haus! Wenn du einen nackt siehst, so kleide ihn, und entzieh dich nicht deinem Fleisch und Blut! Dann wird dein Licht hervorbrechen wie die Morgenröte, und deine Heilung wird schnell voranschreiten, und deine Gerechtigkeit wird vor dir her-gehen, und die Herrlichkeit des Herrn wird deinen Zug beschließen. Was Caspar beeindruckt hat an diesen Worten: „Das heißt auch, dass ich selber von anderen etwas bekomme, wenn ich das tue. Ich bekomme etwas zurück. Und ich weiß, dass mir jemand hilft, wenn es mir schlechter geht.“

    Pastorin Margrit Wegner

    Predigt herunterladen (PDF-Format)

  • Predigt über 1. Petrusbrief 5, 5c-11 am 15. Sonntag nach Trinitatis / Michaelistag

    vom 29.09.2019

    Manchmal werden wir demütig ganz von allein. Finden uns ein in das Maß des Menschlichen, wenn Gott selbst in seiner großen Menschenfreundlichkeit uns aufleuchtet. Erhoben über uns selbst hinaus. Hineingenommen in das Geheimnis Gottes, das größer ist, als wir selbst, wunderbar herausgeführt aus aller Sorge. Und zuallererst aus der Sorge zu kurz zu kommen, die Menschen so schnell dazu bringt, andere nicht gelten zu lassen.
    Aber weil wir nicht Engel sind, sondern Engel nötig haben, ruft der Apostel auf zur Demut als einer bewusst übernommenen Lebenshaltung.

Zum Seitenanfang