Dom zu Lübeck

Predigten

Predigten

  • Predigt über Markusevangelium 3, 31-35 am 13. Sonntag nach Trinitatis

    vom 15.09.2019

    „Ihr seid meine Brüder und Schwestern und Mutter!“ Jesus blickt auf die, die um ihn sitzen! Er blickt sie an. Zärtlich, liebevoll! Menschen mit ihren Problemen. Sein Blick ruht auf ihnen „Ihr seid meine Brüder und Schwestern und Mutter!“ sagt er zu ihnen; sagt er zu uns, sein Blick sieht auch auf uns, ruht auf uns hier: „Ihr seid meine Brüder und Schwestern!“

    Vikarin Maria Dietz, Malena Spiegler, Majlis Christiansen

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  • Predigt über Apostelgeschichte 3, 1-10 am 12. Sonntag nach Trinitatis

    vom 08.09.2019

    Ob und wie sich Menschen und Verhältnisse grundlegend verändern können, haben die Jugendlichen auf der Konfirmandenfreizeit leidenschaftlich diskutiert. Emma sagte frei heraus: „Ich glaube, dass Jesus in jedem Menschen etwas Gutes sieht.“ Julius erklärte: „Jeder unanständige Mensch kann anständig werden bei Gott.“ Torge weiß: „Jesus vergibt jedem, was er getan hat.“ Sie haben diese Erfahrung im Abendmahl gemacht. Das beeindruckt sie, wie da Menschen in abgewetzter Kleidung neben Menschen in teuren Markenjacken stehen, wie alte Menschen sich auf den Arm ihrer Nachbarin stützen oder kleine Kinder auf dem Arm ihres Vaters dabei sind. „Da stehen Arme und Reiche zusammen, und alle sind gleich. Das ist was Besonderes. Das tut uns gut.“ Ein Junge bringt es auf den Punkt: „Da fühl ich mich mit Jesus verbunden, und man teilt dieses Gefühl mit all den anderen im Kreis.“

    Pastorin Margrit Wegner

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  • Predigt über Hiob 23 am 11. Sonntag nach Trinitatis - 80 Jahre Beginn des 2. Weltkrieges

    vom 01.09.2019

    Wehret den Anfängen. Der Hiob in seiner verzweifelten Suche nach Recht und Würde ist dazu ein einziger Ansporn: Das ist nicht auszuhalten! Deshalb dürfen wir nicht schweigen. Alle, die wir hier sind. Als Männer und Frauen, die es einfach nicht lassen können, Licht ins Dunkel brauner Geschichte zu bringen. Die es nicht lassen können, den Frieden zu ersehnen. Zu erbitten. Am besten auch zu leben. Vielleicht bisweilen ein bisschen verrückt vor Hoffnung. Denn die Hoffnung ist die Schwester der Trauer. Der Trostlosigkeit. Um Schwester Hoffnung in der Zukunft willen: Reden wir!

    Bischöfin Kirsten Fehrs

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  • Predigt über Markus 12, 28-34 am 10. Sonntag nach Trinitatis (Israelsonntag)

    vom 25.08.2019

    Natürlich gibt es jetzt Streit. Das war ja klar und von vornherein zu erwarten. Der Protest derjenigen, denen das zu weit geht, zu viel Nähe unter einem Dach. Die Angst um das eigene Profil, wenn die Angrenzung von den anderen als dunkler Folie plötzlich wegfällt. Wer sind wir denn dann?
    Wer sich für einen Berg hält, bleibt unbeweglich. Einfache Menschen können sich begegnen – brüderlich, geschwisterlich.
    Vielleicht ist das die Verheißung selbst – die Begegnung. Eine kühne Verheißung und eine bescheidene, demütige gleichermaßen.

  • Predigt über Philipperbrief 3, 7-14 am 9. Sonntag nach Trinitatis

    vom 18.08.2019

    Ich habe gedacht, ich wäre auf dem richtigen Weg, sagt Paulus. Ich habe mir meine Gerechtigkeit selbst gebastelt. Hab mein Ding durchgezogen. War ganz schön selbstgerecht. Bis ich verstand: Es gibt Dinge, die kann ich mir nicht selber sagen. Ich kann mich nicht selber gerecht sprechen oder frei. Ich brauche einen, der mich aus all dem löst, was mich lähmt und fesselt und einengt. Ich bin kein Held, der alles alleine schafft. Ich brauche den Glauben an den, der mich geschaffen hat und der mich braucht – und der es schafft, mir zu helfen in dem, was ich tue. Gemeinsam mit anderen. Ich sehne mich nach seiner Kraft.

    Pastorin Margrit Wegner

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  • Predigt über Johannes 6, 30-35 am 7. Sonntag nach Trinitatis

    vom 04.08.2019

    Der lehrende Christus lehrt nichts anderes als das, was er selber beglaubigt in seiner Person.
    Die geöffneten Hände sind die Geste seines Lebens. Frei zu empfangen, und was er empfängt, gibt er weiter. Was er hat, behält er nicht für sich. Er teilt es aus. Er verschenkt sich an das Leben. Er verschenkt sich für die Seinen, für das Leben – ja für das Leben der Welt.
    Lebensbrotrede in Person. Lebendiges Wort. Brot zum Leben.

  • Predigt über 1. Petrusbrief 2, 2-10 am 6. Sonntag nach Trinitatis

    vom 28.07.2019

    Der Predigttext spricht von einem Bild, ein Haus wird gebaut. Das Haus steht auch schon, denn Kirche gibt es schon. Aber es wird immer weiter gebaut. Es wird größer an der einen Seite, auf der anderen Seite wird auch gerade etwas abgetragen. Da sind viele kleine Türmchen zu sehen, große Fenster, kleine Luken. Das Haus verändert sich, es steht vielleicht auch windschief. Aber das macht nichts, denn es ist auf einen Grund gebaut, der es trägt: Christus. Er ist der Eckstein, der nicht verworfen ist.

  • Predigt über Matthäus 9, 35 - 10, 10 am 5. Sonntag nach Trinitatis

    vom 21.07.2019

    Die Welt ist kompliziert, und die Aussichten mies. Uns treiben Strukturdebatten um. Da ist deutlich mehr Leidensbekundung als Leidenschaft. Weniger Geld, weniger Mitglieder, weniger Mitarbeiter, weniger Gebäude in der Kirche der Zukunft. Und Jesus sagt: Nehmt nichts mit. Geht aber und predigt und sprecht: Das Himmelreich ist nahe herbeigekommen. Es gibt eine andere Realität. Es gibt so etwas wie Himmel auf Erden. Darauf kommt es an. Lasst euch nicht beirren. Mit den Worten von Paulus: Wir aber predigen den gekreuzigten Christus...

    Pastorin Margrit Wegner

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  • Predigt über Lukas 6, 36-42 am Sonntag 4. Sonntag nach Trinitatis

    vom 14.07.2019

    Der Splitter im Auge des Bruders lässt sich offenbar viel leichter wahrnehmen, als der Balken im
    eigenen Auge. Damit beschreibt Lukas einen psychischen Vorgang, der fast zweitausend Jahre
    später als Projektion bekannt wurde. Es ist viel angenehmer die eigene Unzulänglichkeit in
    jemand anderem zu kritisieren als in mir selbst. Deswegen ist es kein Zufall, dass ich den eigenen
    Balken nicht wahrnehme. Gerade um den eigenen Makel nicht sehen zu müssen, schaue ich nicht
    auf mich, sondern auf mein Gegenüber, das mich so sehr stört. Dieser Mechanismus hält viele
    Konflikte aufrecht, die den Beteiligten unauflöslich erscheinen.

    Pastor Christof Jaeger, Hamburg

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  • Predigt über 1. Timotheusbrief 1, 12-17 am 3. Sonntag nach Trinitatis

    vom 07.07.2019

    Bei Gott ist ein neuer Anfang immer möglich. Gott ist fehlerfreundlich. Gott sortiert Menschen nicht nach Kategorien oder steckt sie in Schubladen, sondern lässt sich überraschen. Will uns dazu verlocken, das Beste aus uns zu machen, aber nicht im Sinne von Leistung und Gewinnmaximierung. Gott schaut weder auf Kontostand noch Schulabschluss. Die Brüche in den Biografien und die Lücken im Lebenslauf, all das kennt Gott und sieht es liebevoll an. Weiß um gescheiterte Beziehungen und geplatzte Träume, um Sprachlosigkeit, vergebliche Therapien, ungelebte Hoffnungen. Gott liebt, ohne zu verurteilen. Wahrscheinlich ist Gott der oder die einzige, die nie, wirklich nie die Geduld mit uns verliert. Barmherzig und gnädig ist der Herr, geduldig und von großer Güte. (Ps 103, 8) Und wir? Sind wir das auch? Geben wir das an unsere Kinder und alle Generationen auch hier in der Gemeinde so weiter?

    Pastorin Margrit Wegner

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