Dom zu Lübeck

Vision Schnitger

 

Schnitger/Walcker-Orgel (bis 1942)

 Die „Orgelstadt Lübeck“ hat im Verlauf ihrer Geschichte durch den sich wechselnden Zeitgeschmack und durch Kriegseinwirkungen viele ihrer wertvollen barocken Instrumente verloren. In der Nacht zum Palmsonntag 1942 verbrannte auch die große Domorgel, die seiner Zeit auf einer Empore im Westwerk stand. Es handelte sich um ein großes romantisches Instrument der Firma Eberhard Walcker&Cie, welches 1892 hinter dem von Arp Schnitger 1699 geschaffenen barocken Orgelprospekt aufgebaut wurde. Dabei wurde auch die alte Spielanlage herausgelöst. Der historische Spieltisch wurde aufbewahrt, er hat die Kriegszerstörung überlebt und ist heute im St. Annen Museum zu besichtigen.

 

Vision Schnitger

Der barocke Prospekt der Schnitger-Orgel des Lübecker Doms wurde zum Vorbild eines Orgelneubaus in Göteborg/Schweden, welche das Forschungsprojekt GoArt im Jahr 2000 vollendete. Dabei wurden wiedergewonnene historische Handwerkstechniken verwendet, die zu einem außergewöhnlich geglückten Resultat führten. In Göteborg kann man nun den alten Lübecker Prospekt bewundern. Das dahinterstehende Werk unterscheidet sich allerdings vom Lübecker Vorbild, da es um ein viertes Manual (Hinterwerk) erweitert wurde und entsprechend mehr Register aufweist.

 2002 veranstalteten die Musikhochschule Lübeck und die Domgemeinde Lübeck ein internationales Symposium, in dessen Rahmen die Möglichkeit einer Rekonstruktion der Schnitger-Orgel im Westwerk des Lübecker Doms diskutiert wurde.

Weitergehende Gespräche zwischen Domgemeinde, Musikhochschule, Orgelbauern, Kirchenkreis und Lübecker Denkmalpflege mündeten in den Wunsch nach einer Machbarkeitsstudie mit Visualisierung. Aus einem Architektenwettbewerb ging 2012 der Entwurf des Lübecker Architekten Helmut Riemann siegreich hervor.
2013 wurde von Johanna Burkhardt (Jugendbauhütte Lübeck) ein Modell dieses Entwurfs im Maßstab 1:20 angefertigt. Er ist im hinteren Nordschiff ausgestellt.

Die Realisierung dieses Vorhabens wird auch weiterhin einen langen Atem benötigen. Der Kirchengemeinderat der Domgemeinde steht dem Projekt grundsätzlich positiv gegenüber, ist sich dabei aber auch der Tragweite einer kompletten Umgestaltung des Westwerks bewusst. Viele weitere Schritte müssen noch gegangen werden. Und derzeit sind gewichtige andere Bauprojekte vorrangig. So bedürfen zunächst die beiden Domtürme dringender Sanierungsmaßnahmen. Die aufwändigen Vorbereitungen laufen bereits. Auch die Marcussen-Orgel sollte in nächster Zeit technisch überarbeitet werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

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